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Vorwort des Präsidenten

Liebe Mitglieder, Gönner und Freunde der Suisseporcs

 

Zum wiederholten Mal hatten wir 2017 bei den Schlachtschweinen einen grossmehrheitlich überversorgten Markt. Demzufolge resultierte ein bescheidener Durchschnittspreis von Fr. 3.75 für die Mastschweine und 5.01 Franken für die Jager. Die Durststrecke hält unvermindert an und viele Betriebe sind gezwungen, von der Substanz zu leben. Dies ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr bedenklich. Das Marktumfeld wird auch in den nächsten Jahren herausfordernd bleiben, da einerseits der Schweinefleischabsatz in den letzten Jahren geschrumpft ist und wir auf der anderen Seite immer mehr Kilo Fleisch pro Muttersau  produzieren. Das muss sich jeder Betriebsleiter bewusst sein und seine Betriebsstrategie anhand dieser Tatsachen ausrichten.

 

Schon fast gebetsmühlenartig haben die Geschäftsstelle und ich auf die fehlenden Mastplätze und das drohende Überangebot an Jagern im Sommer 2018 aufmerksam gemacht. Die Mutterschweine sind längst belegt und wir werden sehen, was auf uns zukommt. Ich danke allen Züchtern und Händlern, welche unsere Aufrufe ernst genommen und Morenplätze reduziert haben. Skandalbilder sind das Letzte, was wir in einer bereits angespannten Marktlage brauchen können.

 

Aus strategischen Überlegungen beschäftigten wir uns auch im vergangenen Jahr intensiv mit den Megatrends in den Bereichen Tierwohl, Ressourcenschutz und Swissness. So zeigen wir unseren Konsumenten, dass wir uns ernsthaft mit den ihnen so wichtigen Punkten beschäftigen. Bei diesen Themen müssen wir uns zwingend vom Ausland abheben können, um die künftige Schweizer Schweinehaltung rechtfertigen zu können. Dabei muss die ganze Wertschöpfungskette zusammenarbeiten.

 

Der Antibiotikaverbrauch in der Nutztierproduktion ist weiterhin ein vielbeachtetes Thema und wir können zum Glück Fortschritte vorweisen. So konnte der Verbrauch in der Veterinärmedizin in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert werden. Die Schweine Plus-Gesundheitsprogramme sind auf Kurs und ab diesem Frühling startet die Mehrwertfinanzierung für die nächsten drei Jahre. Dies ist ein wichtiges Zeichen von der gesamten Wertschöpfungskette und unsere Glaubwürdigkeit wird dadurch enorm gestärkt werden.

 

Das von uns unterstützte Ressourcenprogramm „stickstoffreduzierte Phasenfütterung“ soll zur Steigerung der Ressourceneffizienz beitragen. Ziel ist, mit weniger RP-Input mehr Fleisch zu erzeugen. Zu diesem Thema wird die Forschung intensiviert, Versuche an der MLP sind bereits angelaufen.

 

Das Vollspaltenverbot muss diesen Herbst nach einer zehnjährigen Übergangsfrist von allen Betrieben umgesetzt sein. Ein weiterer Punkt beim Tierwohl, bei welchem wir uns vom Ausland deutlich abheben werden. Wir erwarten eine konsequente Einhaltung des geltenden Rechts. Fälle von überbelegten oder schlecht geführten Ställen, aber auch ohne Narkose kastrierten Ferkel sind keine Kavaliersdelikte und richten unserem Image riesigen Schaden an!

 

 

In der Gesamtschau zur Zukunft der Schweizer Landwirtschaft erhofft sich der Bundesrat mit einer Lockerung des Grenzschutzes, die heimische Landwirtschaft wettbewerbsfähiger machen zu können. Um importbedingte Absatzverluste kompensieren zu können, bräuchten wir beim Schweinefleisch Exportmöglichkeiten und entsprechende Produkte dazu. Nur diese gibt es nicht und es sind auch keine Anstrengungen bei unseren Abnehmern erkennbar. Unter diesen Bedingungen sind wir Schweinehalter auf einen funktionierenden Grenzschutz angewiesen. Ansonsten wird uns dasselbe Schicksal ereilen, welches die Schweden beim Beitritt zur EU erfahren mussten. Bis heute ist der Selbstversorgungsgrad von Schweinefleisch in Schweden von beinahe 100 auf 60 Prozent eingebrochen und mit billigerem Fleisch aus Dänemark ersetzt worden. Der Konsum von Schweinefleisch ist in dieser Zeit sogar deutlich gestiegen…

 

Umweltschutzorganisationen und -behörden würden sich an einem solchen Szenario erfreuen. Sie machen sich gemeinsam für die Verlagerung der Fleischproduktion und die damit verbundenen Emissionen ins Ausland stark, um so die Ökologisierung in der Schweiz schneller voranzutreiben. Eine sehr kurzfristige Denkweise und sicher nicht im Willen der Mehrheit der Bevölkerung!

Eine Flut von Volksinitiativen zur Landwirtschaft wird die Debatte über die inländische Lebensmittelproduktion anfeuern. Das gibt uns die Gelegenheit, die Vorzüge der Schweizer Schweinefleischproduktion erklären zu können.

 

Um die grossen Herausforderungen, welche uns bevorstehen, meistern zu können, hat der Zentralvorstand für eine intensive Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bauernverband bekräftigt. Nur vereint und mit einer Stimme können wir für die Schweizer Landwirtschaft erfolgreich kämpfen. Konsequenterweise unterstützt der ZV auch das neue Beitragsmodell des SBV, welches auf dem Verteilschlüssel Produktionswert aufgebaut ist. Wir werden unsere Interessen beim SBV auch künftig einbringen und haben mit einem Vorstandssitz und dem Präsidium der Fachkommission Viehwirtschaft wichtige Positionen inne. Ich danke allen Schweinehaltern für die Treue zur Suisseporcs und zum Schweizer Bauernverband.

 

Der Zentralvorstand arbeitete im vergangenen Jahr sehr gut zusammen und suchte immer nach Lösungen. Die Sektionen und ihre Vorstände haben grosse Basisarbeit geleistet, insbesondere auch an den Publikumsmessen. Die Sektionen gewähren die direkte Verbindung zu den Mitgliedern und den kantonalen Behörden. Für die Geschäftsstelle und mich als Präsidenten ist dieser Draht enorm wichtig und äusserst wertvoll.

 

Ich danke meinen Kollegen auf der Geschäftsstelle, Felix, Adrian und Raphael, sowie der Geschäftsleitung und allen Mitarbeitenden der SUISAG, welche sich mit ihrem enormen Engagement für die Schweinehalter einsetzen. Auch unseren Partnern entlang der ganzen Wertschöpfungskette sowie den Behörden danke ich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Gemeinsam können wir viel erreichen und das macht uns stark. Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches und zufriedenes Jahr und alles Gute in Haus, Stall und Büro.


Meinrad Pfister, Suisseporcs